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„FCSP interessiert mich dann doch eher als die Kohlenstoffatome in der Zellwand“ oder FCI – FCSP 0:0

Das ist der erste Auswärtsbericht auf dem neuen Blog und ich werde das sicherlich nicht regelmäßig wiederholen, sondern eher dann, wenn die Tour etwas Besonderes hergab, nur um das mal vorwegzunehmen.

 

Touren in den tiefen Süden waren ja schon immer ein Traum. So ging es pünktlich um 5Uhr los, diesmal sogar mit einem ganz modernen ICE, der dann doch recht schnell in Bayern sein sollte. Es ist nun wahrlich nicht so, dass ich zu Geld gekommen wäre, aber die Kombination aus früher Bestellung und Kostenbeteiligung macht dann so was doch mal möglich, war ja auch diese Saison die erste ICE-Fahrt, wenn man mal von Testspiel in Babelsberg absieht.

Da ich, wenn ich alleine anreise, ja immer gern das gute, alte „Schon früh in deiner Stadt“-Motto pflege, was aus einem Übersetzungsfehler des tschechischen Satzes „jiz brzy i ve vasem meste“ entstammt, war ich trotz kalkulierter Verspätung kurz vor 9Uhr morgens in Ingolstadt und schaute mich mal um.

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Da es außer einigen schönen, perspektivischen Deckengemälden aber nicht viel zu sehen gab (Was muss das eigentlich im ersten Auswärtsbericht hier für ein Bild erzeugen? ICE-Fahrer, kunsthistorisch interessiert… ich werde meine Selbstdarstellung im laufenden Bericht korrigieren müssen), wandte ich mich darauf doch lieber dem Alkohol zu (Ha, so einfach geht das!) und probierte mich durch die fachkundige Beratungen lokaler Fans durch die bayrischen Weihnachtsmarktgetränke.

Der kleine Sohn einer meiner Berater sorgte dann auch für das Tageshighlight, als mich nach Aufklebern fragte und auf die Frage, ob er auch schon Antifaschist sei und auch politische Kleber haben wollte, sehr überzeugt und mit einem kindlichen Strahlen mit „Jaaa!“ antwortete.

 

Darauf gings dann zum Stadion am Stadtrand, was alleine ja schon Beschreibung genug ist. 08/15-Arena ohne Bezug zur Stadt, aber doch wie diese: langweilig, seriös, farblos.

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Die bekannten Gesichter aus Hamburg kamen kurz darauf und so konnte man sich noch bequem über das Alkoholverbot ärgern, bevor es losging.

Das Spiel bestätigte eigentlich, was sich mehr oder weniger durch die halbe Saison zieht: Kein Glück (Abseitstor, was kein Abseits war), die nötige Konsequenz im Angriff, aber ich sollte mich eigentlich nicht beschweren, schließlich habe ich ja vor dem Spiel mit einer deutlichen Niederlage gerechnet.

Die Stimmung empfand ich als eigentlich als okay, wenn man betrachtet, dass wir diesmal recht weit abseits des Stimmungskerns standen, auch wenn wenig Leute da waren. Zwischen 6000 und 7000 Personen, auch unser Block war nicht komplett gefüllt. Ob das am Wetter, an Ingolstadt oder was weiß ich lag, sei mal dahingestellt.  Auf der anderen Seite versuchte ein kleiner Haufen „Supporters“ Stimmung zu machen, großen Respekt an der Stelle mal für den Job, das muss mit dem restlichen Stadion nicht einfach sein.

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Noch schnell ein paar Worte zum sicheren Stadionerlebnis: Der 12:12-Boykott hat wieder gut funktioniert, auch wenn nach den Reaktionen von Schalke und Düsseldorf wirklich nochmals reflektiert werden muss, ob diese Art des Protestes wirklich die beste Variante ist. Evtl. muss der Widerstand auch radikaler werden, politischer sowieso.

Nach dem Spiel und Wartezeit von über einer Stunde in der Bahnhofsvorhalle mit der ICE-Reisegruppe vom Fanladen, fuhr ich nach Ulm , um dort auf der Couch einer befreundeten Studenten-WG die Nacht zu verbringen, nicht ohne sich vorher Ulms Kneipen mal genauer anzusehen. In dem Haus, wo sich heute die WG befindet, hat angeblich mal Uli Hoeneß gewohnt oder war nur ein Argument für eine Mietsteigerung, was weiß ich.

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Am nächsten Morgen blieb noch Zeit für eine kurze Stadtbesichtigung, ich empfehle das Münster, die höchste Kirche der Welt und das niedliche Fischerviertel.

Es war definitiv eine sehr schöne Tour, auch wenn der sportliche Part nicht gelungen ist. Und es bleibt definitiv festzuhalten, dass ich mich am Wochenende doch eher für den FCSP, als für Kohlenstoffatome in der Zellwand interessiere (ihr armen Biostudenten) 😉

Vielen Dank an alle, die diese Fahrt möglich gemacht haben!

A.

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