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„Internet-Freaks“ gegen Frei.Wild!

Wie ihr sicher schon alle mitbekommen habt, hat die Band Frei.Wild ihren Auftritt beim With Full Force-Festival abgesagt und reagiert so auf die Boykottaufrufe des Festivals im Internet und den Rückzug mehrerer Sponsoren, die keine Veranstaltung unterstützen wollen, wo völkischem Nationalismus, wie ihn Frei.Wild projiziert , eine Bühne geboten wird.

Die Boykottaufrufe in den sozialen Netzwerken (übrigens beängstigend, dass bei den Diskussionen dort viele Verfechter Band zur Verteidigung die Parolen ebendieser blind wiedergeben) und die Androhungen, die Tickets zurückzugeben, find ich sehr löblich und konsequent, aber seien wir ehrlich, das allein hätte die Veranstalter des WFF nie zum Umdenken gebracht. Zurückgegebene Tickets sind kompensierbar, grade bei einem großen Festival und einer (wahrscheinlich) relativ überschaubaren tatsächlichen Anzahl an zurückgegebenen Tickets.

Das wahre Druckpotenzial lag hier in den Sponsoren, die realen finanziellen Druck aufbauen können und denen ich daher ausdrücklich danken möchte, namentlich dem Visions Magazin, Jägermeister, Festivalguide und dem Tätowier Magazin.

Die Veranstalter des WFF haben sicherlich daraus gelernt und werden vorsichtiger sein, aber ich würde noch gern die Frage aufwerfen, ob die Absage Frei.Wilds aus ökonomischen Zwängen reicht, um jetzt schon wieder Frieden zu schließen. Schließlich haben sie diese vorher ohne Vorbehalte bestätigt und andere fragwürdige Bands wie Unantastbar stehen weiterhin auf dem Programm. Wäre nicht eine klare Stellungnahme zum Thema Rechtsoffenheit in der Musik angebracht?

Frei.Wild hingegen stilisiert sich in einer Stellungnahme auf Facebook wieder als Opfer einer medialen Kampagne, die jetzt wieder von einer kleinen Minderheit im Internet aufgegriffen wird. Die Argumentationsstruktur ist nicht nur fragwürdig und erinnert an andere „von den Systemmedien unterdrückte Kameraden“, sie wird auch auf Dauer nicht reichen.

Die Südtiroler Band ist voraussichtlich ab April wieder auf Tour. Wir werden wohl abwarten müssen, ob es bis dahin endlich eine differenzierte und glaubwürdige Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalismus und Rechtsoffenheit geben wird. Andernfalls würde ich den Veranstaltern und Sponsoren der Tour dringend dazu raten, sich mal die Statements oben genannter Firmen durchzulesen. Unbegründet sind diese jedenfalls nicht.

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