Monatsarchiv: Februar 2013

Ich liebe dich, ich träum von dir.. (FCSP – FSV Frankfurt 3:0)

Um es vorweg zu nehmen: Es war ein wunderbares Spiel, ein schöner Tag und es und macht mich jetzt, wenn ich dran denke, immer noch glücklich.

Ich weiß gar nicht so sicher, warum grade dieses Spiel jetzt immer noch so begeistert, aber es gibt ja genügend gute Gründe. Zum einen war ein toller Sieg nach einer Reihe von mäßigen bis grottenschlechten Spielen unser Mannschaft, auf der anderen Seite war die Stimmung da, klasse.

 

Aber der Reihe nach. In beeindruckender Zeit von nicht mal 6 Stunden ging es Freitagmorgen mit dem Zug nach Hamburg, die Stimmung in der spontan zusammengefunden Reisegruppe war mäßig, kaum jemand glaubte wirklich, dass ausgerechnet gegen den FSV alles besser werden würde.

Der FSV Frankfurt aus Bornheim ist ja auch eher ein Thema für sich. Eigentlich von der Vereinsstruktur, Mannschaft und Fanszene ein kleiner Fisch, spielen sie doch eine beeindruckende Saison und stehen nicht komplett unberechtigt da oben.

Doch trotz der schlechten Aussichten, spielte unser Team besser, kämpfte und Ginczek schoss drei Tore. Wirklich toll. Mal abgesehen von 2 kürzeren Phasen (nach dem ersten Tor und kurz zu Beginn der zweiten Hälfte) erlebte ich den FCSP als stärkere Elf, fast schon dominierend. Ich mein, hatte der FSV eine wirklich drückende Phase?

Die Stimmung auf der Süd habe ich als ganz gut empfunden, wobei ein objektiver Eindruck natürlich sehr schwer ist. Tolle Choreo. Auch die Nord sah mit den Wunderkerzen(?) gut aus, auf der Gegengrade überzeugte vor allem der Supportblock durch die vielen Fahnen, ich bin mir sicher, da geht was. Optisch und akustisch sowieso. Die Gegengrade kann lauter sein als die Süd, warten wir es mal ab, was passiert, wenn sich da noch Strukturen gefunden haben, dann gibt es wirklich einen starken Anreiz für die Südkurve an der Lautstärke zu arbeiten. Soll noch mal einer sagen, dass Smith unrecht hatte.. Wettbewerb funktioniert 😉 (Anmerkung: Kapitalismus trotzdem abschaffen! :D)

Eine Sache noch zur Gegengrade: Es kommt häufiger vor, dass dort Zaunfahnen (teils) abgehängt werden. Das geht gar nicht und jede_r, der/die in einen Stehplatzbereich geht, sollte sich im Klaren darüber sein, dass Sichtbehinderungen durch Fahnen jeder Art nun mal dazugehören und es absolut unmöglich ist, die Zaunfahnen anderer Gruppen abzuhängen, loszuschneiden oder ähnliches. Und es kann mir auch niemand erzählen, dass die auf der GG so hängen, dass selbst Kinder nichts sehen könnten. Wenn ihr einen Fußball ohne irgendwelche Störfaktoren wollt, guckt das doch im TV oder geht in die Vorstadt.

Von der Gegenseite habe ich persönlich gar nichts mitbekommen, außer 2-3 großen Schwenkfahnen. Einige hundert Leute waren dabei. Ich glaube, mensch hat es aber auch schwer in der Region Leute zu gewinnen, bei so großer Konkurrenz im Rhein-Main-Gebiet.

Ein anderes Flussumschlungenes Gebiet ist übrigens Wilhelmsburg (Was für Überleitungen.. Qualitätsjournalismus und so), wo die Nacht verbracht wurde. Ist übrigens echt ganz nett da, wenn ich mein Exil-Dasein beenden kann, würde ich jetzt auch definitiv über Wilhelmsburg nachdenken, aber in Hamburg ist das ja mit Wohnen mit Mieten so eine Sache..

Schaut euch noch mal die Choreo der Süd an und lest die vielen guten Berichte der anderen FCSP-Blogs, die können das ja viel besser und haben teilweise sogar noch Bilder 😉

Für immer mit dir, magischer FC.

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Der Song zum Sonntag #12

Puh, war für ein Wochenende! Ich komm irgendwie noch gar nicht richtig zur Ruhe, auf der einen Seite privat ganz schön was los, auf der anderen Seite dieses wundervolle Spiel des FCSP am Freitagabend.

War das nicht herrlich? Dazu folgt sicher auch noch was im Blog, aber jetzt noch nicht. Später. Erstmal nur die Pflicht und aufgrund der eben angesprochenen FCSP-Glücksgefühle, gibt es was aus der Fanszene auf die Ohren.

Ich will jetzt auch gar nicht weiter groß darüber schreiben, ihr kennt es sicher eh alle. Falls es jemand nicht kennen sollte, fragt eure Freunde, konsultiert Suchmaschinen, lest Verfassungschutzberichte (Die eignen sich angeblich gut als Verzeichnis für hörenswerte Punkbands) oder tut einfach so, als würdet ihr eh schon alles darüber wissen. Funktioniert bestimmt.

Gruß und Kuss,

euer Autorenkollektiv

Der Song zum Sonntag #11

… und das sogar pünktlich!

Da ich euch letztes mal ja mit Rap qequält habe, heute wieder Punk. Oder so ähnlich. Soilent Grün war die Vorgängergruppe einer Berliner Punkband, die im Laufe der Zeit doch ganz erfolgreich wurden, aber das wisst ihr ja sicherlich alle.

Ich habe mir übrigens sagen lassen, es sei wichtig beom Bloggen auch immer wieder aktuelle Bezüge herzustellen und da habe ich mir mal eine besonders schlechte Überleitung von der Band zu einem aktuellen Thema, nämlich Pferdefleisch in undefinierbaren Tiefkühlgerichten.

Falls ihr daraus nicht gelernt habt und weiter Fleisch günstig haben wollt, aber nicht mehr das Risiko eingehen möchtet, dass ihr Pferd auf dem Teller habt, hat Soilent Grün eine Anleitung zum Beschaffen von frischem Fleisch, garantiert ohne Pferd, besungen 😉

Viel Spaß und guten Hunger!

„Internet-Freaks“ gegen Frei.Wild!

Wie ihr sicher schon alle mitbekommen habt, hat die Band Frei.Wild ihren Auftritt beim With Full Force-Festival abgesagt und reagiert so auf die Boykottaufrufe des Festivals im Internet und den Rückzug mehrerer Sponsoren, die keine Veranstaltung unterstützen wollen, wo völkischem Nationalismus, wie ihn Frei.Wild projiziert , eine Bühne geboten wird.

Die Boykottaufrufe in den sozialen Netzwerken (übrigens beängstigend, dass bei den Diskussionen dort viele Verfechter Band zur Verteidigung die Parolen ebendieser blind wiedergeben) und die Androhungen, die Tickets zurückzugeben, find ich sehr löblich und konsequent, aber seien wir ehrlich, das allein hätte die Veranstalter des WFF nie zum Umdenken gebracht. Zurückgegebene Tickets sind kompensierbar, grade bei einem großen Festival und einer (wahrscheinlich) relativ überschaubaren tatsächlichen Anzahl an zurückgegebenen Tickets.

Das wahre Druckpotenzial lag hier in den Sponsoren, die realen finanziellen Druck aufbauen können und denen ich daher ausdrücklich danken möchte, namentlich dem Visions Magazin, Jägermeister, Festivalguide und dem Tätowier Magazin.

Die Veranstalter des WFF haben sicherlich daraus gelernt und werden vorsichtiger sein, aber ich würde noch gern die Frage aufwerfen, ob die Absage Frei.Wilds aus ökonomischen Zwängen reicht, um jetzt schon wieder Frieden zu schließen. Schließlich haben sie diese vorher ohne Vorbehalte bestätigt und andere fragwürdige Bands wie Unantastbar stehen weiterhin auf dem Programm. Wäre nicht eine klare Stellungnahme zum Thema Rechtsoffenheit in der Musik angebracht?

Frei.Wild hingegen stilisiert sich in einer Stellungnahme auf Facebook wieder als Opfer einer medialen Kampagne, die jetzt wieder von einer kleinen Minderheit im Internet aufgegriffen wird. Die Argumentationsstruktur ist nicht nur fragwürdig und erinnert an andere „von den Systemmedien unterdrückte Kameraden“, sie wird auch auf Dauer nicht reichen.

Die Südtiroler Band ist voraussichtlich ab April wieder auf Tour. Wir werden wohl abwarten müssen, ob es bis dahin endlich eine differenzierte und glaubwürdige Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalismus und Rechtsoffenheit geben wird. Andernfalls würde ich den Veranstaltern und Sponsoren der Tour dringend dazu raten, sich mal die Statements oben genannter Firmen durchzulesen. Unbegründet sind diese jedenfalls nicht.

Der Song zum Sonntag #10

Naja, Sonntag ist auch nicht mehr wirklich, was solls..? Ich mein, hey, zehn mal, kleines Jubiläum! 😀

Und daher wage ich auch mal, etwas ganz anderes zu präsentieren: The Coup aus Kalifornien. Das Duo mit Rapper Boots Riley macht politischen Rap, Riley selbst ist bekennender Kommunist. Wahrscheinlich ein Grund, warum ihnen der große Erfolg bisher ausgeblieben ist, denn musikalisch sind ihre Werke richtig klasse.

Falls ihr Probleme haben solltet, die Texte zu verstehen, keine Sorge, man hört sich da rein 😉 Ansonsten einfach mal die einschlägigen Suchmaschinen oder Videoportale benutzen und nach Riley suchen, er tritt nämlich auch in Talkshows auf oder spricht in Interviews über Politik, was wirklich sehr interessant ist, denn in die politischen und teils ganz praktischen Probleme der Afroamerikaner in den USA kann mensch hier in Europa sich ja teilweise nur schwer reindenken.

Enjoy!

Irgendwas mit Frust (Sandhausen – FCSP 4:1)

Sonntagmorgen kurz vor 2 früh, normale Menschen feiern noch oder schlafen bereits, ich stehe auf, ich muss nach Sandhausen.

Beziehungsweise vorher nach Heidelberg, das liegt ja unweit von Sandhausen und sollte sehr sehenswert sein. Gegen kurz vor 8Uhr war ich dann da (Ja, manchmal hat das Leben im Exil seine Vorteile, wenn das dies auch gleichzeitig bedeutet, dass das Spiel gegen Köln für mich schlicht unmöglich sein ist(Wenn ich jetzt nicht müde des Protestes wäre, würd ich noch was von wegen Scheiß Sport1 schreiben, aber nach Jahren hat man sich dran gewöhnt.. leider)), die Fahrt war etwas nervig, Weichenstörungen, viele Cops auf dem Weg zur Arbeit, ne Menge betrunkene Karnevalisten, aber ereignislos.

Ja, was soll mensch zu Heidelberg sagen? Wirklich sehr schön, ich hätte gern  ein Vielfaches der Zeit gehabt, um mir alles anzusehen, so reichte es nur für das Schloss und einige Kleinigkeiten. Das Schloss ist allerdings sehr empfehlenswert, wer von euch mal in der sein sollte, unbedingt ansehen!

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Darauf ging es dann mit dem Auto weiter nach Sandhausen. Eine Kleinstadt, nichts Besonderes, eben wie es sie Hundertfach im hiesigen Nationalstaat gibt.

Am Stadion angekommen, ging es nach einem Abstecher im Vereinsheim durch ein Waldstück zum Gästeblock. Die Busfahrer_innen berichteten, sie seien auf einem Acker angekommen. Schön, dass man in Sandhausen zumindest an die Hools gedacht hat. An potenziellen Gegnern hätte es aber gemangelt, Sandhausen kriegt ja notorisch nichts auf die Reihe. Dazu später mehr.

Einlasskontrolle war kein Problem, ging alles locker mit rein, die Stadionordnung sah ja einige Beschränkungen vor, linksradikales Propagandamaterial etc. Extremismustheorie, yeah!

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Das Stadion, ein um zusammengewürfelte Tribünen erweiterter Dorfplatz hatte schon seinen Charme, viele Stehplätze, sehr cool. Leider war der Gästeblock nicht sehr breit und bestand nur aus einigen wenigen Reihen, da gestaltete sich organisierter Support als sehr schwer bis komplett unmöglich.

Ja, zum Spiel.. ich fass mich kurz. Ich bin Leiden gewöhnt und nehme meiner Mannschaft auch eine deutlichere Niederlage nicht übel, aber da ging ja gar nichts! Kein Kampf, kein Einsatz, nichts! Wir stehen weiter hinter euch, aber es MUSS jetzt besser werden, wenn wir nicht in akute Abstiegsgefahr geraten wollen. Und in Anbetracht der finanziellen Lage möchte ich nicht unbedingt absteigen.

Auf der Tribüne links vom Gästeblock stand dann auch ein Haufen von 20-30 Leuten, die versuchten ihr Team zu supporten. Ich kann verstehen, wenn man in Sandhausen jetzt nicht das Fanpotenzial wie in Großstädten hat, aber die paar, das waren schon echt krass wenig. Auch die Umstehenden Konsumenten zogen selbst nach höherer Führung nicht mit, das kannst du wohl vergessen da.

Eine Abreise war auch nicht möglich, da man für die Gäste zunächst ganze zwei Busse stellen konnte, das ist etwas zu wenig. Also Fußmarsch quer durch ein Wohngebiet zum Bahnhof, wo dann natürlich auch alles hoffnungslos überfüllt war. Diese Abreisemängel haben mir dann noch einen verpassten Anschlusszug und damit einen 1,5h Nachtspaziergang durch Fulda eingebracht. Immer in Bewegung bleiben. Oder so. Wie sehen uns in zwei Wochen.

Der Song zum Sonntag #09

Jaja, es ist bereits Mittwoch, aber wenn mensch am Wochenende kein Laptop mitgenommen hat, was willst du machen?

Für die Verspätung gibt es aber was ganz feines: Nämlich Sahne Fischfilet! (Schlechtester Wortwitz ever)

Ich brauche über die Jungs allerdings vom Label Audiolith allerdings nicht viel sagen, das hat Arte Tracks nämlich bereits herausragend getan. Viel Spaß mit der Musik mit der Musik dieser Staatsfeinde 😉