Monatsarchiv: Dezember 2012

Der Song zum Sonntag #04

Zum wahrscheinlich letzten Mal in diesem Jahr gibt es jetzt noch etwas Inhalt hier, aber es passiert ja auch herzlich wenig Interessantes zur Zeit.

Die letzte Band, die wir euch dieses Jahr vorstellen wollen, heißt „Massendefekt“ und kommt aus Meerbusch bei Düsseldorf.

Diese Band gefällt uns, weil sie im Genre des Deutschrocks eine der Bands ist, die sich nicht durch nationalistische oder sonstige dumpfe Texte auszeichnet, sondern in ihren Songs auch gesellschaftskritische und politische Aspekte anspricht. Darüber hinaus kann die Band auch emotionale Lieder schreiben, die auch authentisch wirken. Sie bieten also, im Gegensatz zu anderen Bands dieses Genres, eine breites Spektrum an Themen und Inhalten.

Ein Teil des Autorenkollektivs war auf der Tour dieses Jahr in Hamburg und war durchaus angetan. Massendefekt sind live stark, sie verbreiten gute Stimmung, selbst wenn mensch die Lieder nicht kennt.

Unsere Einschätzung scheinen auch andere bekannte Bands zu teilen, da sie u.a. schon mit den Toten Hosen, Farin Urlaub, Dritte Wahl, Donots, Broilers oder Turbonegro zusammenspielten, um nur einige zu nennen.

Der Song „Den nächsten Krieg“ ist auf dem Album „Tangodiesel“ von 2012 erschienen, was übrigens auch empfehlenswert ist. Wir haben uns dieses Lied rausgesucht, weil es ein politischer Text ist und wir eben diese Inhalte an der Band sehr schätzen. Das Thema Krieg ist ja leider aktuell und wir sind froh, wenn Stimmen dagegen immer und überall laut sind, auch im ach so unpolitischen Deutschrock. Liebe Grüße nach Norditalien, nehmt euch mal ein Beispiel an dieser Band aus Meerbusch! 😉

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Der Song zum Sonntag #03

Diesmal kurz vor diesem großen christlichen Fest etwas Besinnliches und wahrscheinlich wohl Bekanntes: Slime! Die Punkband prägte bekanntlich die deutsche Punkszene und ihre Musik über Jahrzente und hat sich 2010 zum 30-jährigen Jubiläum wieder zusammengefunden und nach einigen Änderungen im Juni 2012 ein neues Album („Sich fügen heißt lügen“) herausgebracht, was (aus subjektiver Sicht) auf jeden Fall zu den besten Alben des Jahres gehört.

Der Sound ist natürlich nicht mit den alten Alben vergleichbar, weniger politisch, weniger laut, aber trotzdem sehr gut.

Der zweite Song des neuen Album mit dem Titel „Rebellen“ hat sogar ein Video bekommen, welches wirklich interessiert gemacht ist und wenn man mal von der oberflächlichen Kritik weggeht und weiterdenkt, schon zum Denken anregt, wie weit rebellischer Idealismus mit notwendigem Materialismus vereinbar sind. Im Übrigen eine Frage, die auch in der Literaturgeschichte immer wieder behandelt wurde, scheint ewig aktuell zu bleiben.

Wir freuen uns jedenfalls auf die Auftritte im neuen Jahr, euch allen (sofern euch christliche Feste begeistern können) schöne Feiertage und ein angenehmes Restwochenende!

 

Der Song zum Sonntag #02

Das läuft ja schon wieder super. Gleich beim zweiten Sonntag eine Tradition nicht einzuhalten, zeugt nicht grade von Traditionsbewußtsein. Egal, wird nachgeholt, heute am Montag.

Die Band, die wir rausgesucht haben, gehört schon länger zu der Liste derer, die wir unbedingt live sehen möchten. Es handelt sich um „RotFront“ aus Berlin.

Der Name, der auf politische Musik schließen lässt, verwirrt zunächst einmal, wenn sich durch die beiden Alben der Gruppe hört, den politische Inhalte sucht man vergebens. Der Name soll lediglich die internationale Ausrichtung der Band wiedergeben, die Mitglieder kommen aus verschiedenen Ländern und so die Texte auch nicht immer in der selben Sprache gehalten.Genau so wie die Sprachen, wechseln sich bei RotFront auch die musikalischen Srilmittel ab. Zwischen Rock, Hip Hop, Ska, Raggae und Dancehall findet man alles.
Der Song „Gay, Gypsy & Jew“ ist schon einer der, die man am ehesten noch als politisch bezeichnen kann, obwohl die Akezeptanz „anderer“ religiöser oder ethnischer Gruppen eigentlich nicht etwas mit Politik, sondern eher mit gesundem Menschenverstand zu tun hat.

Viel Spaß!

„FCSP interessiert mich dann doch eher als die Kohlenstoffatome in der Zellwand“ oder FCI – FCSP 0:0

Das ist der erste Auswärtsbericht auf dem neuen Blog und ich werde das sicherlich nicht regelmäßig wiederholen, sondern eher dann, wenn die Tour etwas Besonderes hergab, nur um das mal vorwegzunehmen.

 

Touren in den tiefen Süden waren ja schon immer ein Traum. So ging es pünktlich um 5Uhr los, diesmal sogar mit einem ganz modernen ICE, der dann doch recht schnell in Bayern sein sollte. Es ist nun wahrlich nicht so, dass ich zu Geld gekommen wäre, aber die Kombination aus früher Bestellung und Kostenbeteiligung macht dann so was doch mal möglich, war ja auch diese Saison die erste ICE-Fahrt, wenn man mal von Testspiel in Babelsberg absieht.

Da ich, wenn ich alleine anreise, ja immer gern das gute, alte „Schon früh in deiner Stadt“-Motto pflege, was aus einem Übersetzungsfehler des tschechischen Satzes „jiz brzy i ve vasem meste“ entstammt, war ich trotz kalkulierter Verspätung kurz vor 9Uhr morgens in Ingolstadt und schaute mich mal um.

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Da es außer einigen schönen, perspektivischen Deckengemälden aber nicht viel zu sehen gab (Was muss das eigentlich im ersten Auswärtsbericht hier für ein Bild erzeugen? ICE-Fahrer, kunsthistorisch interessiert… ich werde meine Selbstdarstellung im laufenden Bericht korrigieren müssen), wandte ich mich darauf doch lieber dem Alkohol zu (Ha, so einfach geht das!) und probierte mich durch die fachkundige Beratungen lokaler Fans durch die bayrischen Weihnachtsmarktgetränke.

Der kleine Sohn einer meiner Berater sorgte dann auch für das Tageshighlight, als mich nach Aufklebern fragte und auf die Frage, ob er auch schon Antifaschist sei und auch politische Kleber haben wollte, sehr überzeugt und mit einem kindlichen Strahlen mit „Jaaa!“ antwortete.

 

Darauf gings dann zum Stadion am Stadtrand, was alleine ja schon Beschreibung genug ist. 08/15-Arena ohne Bezug zur Stadt, aber doch wie diese: langweilig, seriös, farblos.

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Die bekannten Gesichter aus Hamburg kamen kurz darauf und so konnte man sich noch bequem über das Alkoholverbot ärgern, bevor es losging.

Das Spiel bestätigte eigentlich, was sich mehr oder weniger durch die halbe Saison zieht: Kein Glück (Abseitstor, was kein Abseits war), die nötige Konsequenz im Angriff, aber ich sollte mich eigentlich nicht beschweren, schließlich habe ich ja vor dem Spiel mit einer deutlichen Niederlage gerechnet.

Die Stimmung empfand ich als eigentlich als okay, wenn man betrachtet, dass wir diesmal recht weit abseits des Stimmungskerns standen, auch wenn wenig Leute da waren. Zwischen 6000 und 7000 Personen, auch unser Block war nicht komplett gefüllt. Ob das am Wetter, an Ingolstadt oder was weiß ich lag, sei mal dahingestellt.  Auf der anderen Seite versuchte ein kleiner Haufen „Supporters“ Stimmung zu machen, großen Respekt an der Stelle mal für den Job, das muss mit dem restlichen Stadion nicht einfach sein.

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Noch schnell ein paar Worte zum sicheren Stadionerlebnis: Der 12:12-Boykott hat wieder gut funktioniert, auch wenn nach den Reaktionen von Schalke und Düsseldorf wirklich nochmals reflektiert werden muss, ob diese Art des Protestes wirklich die beste Variante ist. Evtl. muss der Widerstand auch radikaler werden, politischer sowieso.

Nach dem Spiel und Wartezeit von über einer Stunde in der Bahnhofsvorhalle mit der ICE-Reisegruppe vom Fanladen, fuhr ich nach Ulm , um dort auf der Couch einer befreundeten Studenten-WG die Nacht zu verbringen, nicht ohne sich vorher Ulms Kneipen mal genauer anzusehen. In dem Haus, wo sich heute die WG befindet, hat angeblich mal Uli Hoeneß gewohnt oder war nur ein Argument für eine Mietsteigerung, was weiß ich.

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Am nächsten Morgen blieb noch Zeit für eine kurze Stadtbesichtigung, ich empfehle das Münster, die höchste Kirche der Welt und das niedliche Fischerviertel.

Es war definitiv eine sehr schöne Tour, auch wenn der sportliche Part nicht gelungen ist. Und es bleibt definitiv festzuhalten, dass ich mich am Wochenende doch eher für den FCSP, als für Kohlenstoffatome in der Zellwand interessiere (ihr armen Biostudenten) 😉

Vielen Dank an alle, die diese Fahrt möglich gemacht haben!

A.

12.12.12

Der 12. Dezember 2012 wird zeigen, inwiefern die DFL und die Vertreter der Bundesliga-Vereine tatsächlich eine richtige Auffassung von Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit haben.

Zur Abstimmung steht heute das DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“, was inhaltlich absolut nicht tragbar ist, wie hier nachzulesen ist, und daher berechtigterweise jeder Menge Kritik von nahezu allen Fanszenen ausgesetzt ist.

Der FC Sankt Pauli wird dem Papier nicht zustimmen, wenn die Abstimmung nicht verschoben und das Papier nicht noch mal gründlich überarbeitet wird. Wir teilen diese Ansicht und hoffen, dass dieses Papier heute scheitern wird.

Weil der Fußball keine grundrechtsfreie Zone werden darf, das DFL-Papier ablehnen!

(Bild von Kleiner Tod geklaut)

Der Song zum Sonntag #01

Eine alte Tradition aus alten Blogzeiten, die wir gern übernehmen würden, ist es jeden Sonntag ein Song einer Band zu posten, die entweder dringend mehr Aufmerksamkeit braucht, oder so gut ist, dass ihr Schaffen mal gewürdigt werden muss (selbst wenn es nur hier (ein Blog quasi ohne Leser_innen) ist)

Ein würdiger Start ist wohl die Band Radio Havanna, die mit ihrem Album „Alerta“ dieses Jahr ein definitiv sehr unterschätztes Album abgeliefert haben, obwohl die Band sich ja mittlerweile so sehr etabliert hat, dass sie auch auf größeren Festivals spielt.

Der Song „Flüstern, Rufen, Schreien“, der erste auf dem Album, klingt nicht nur stark nach Anti-Flag, Justin Sane hat sogar dran mitgewirkt und nicht nur deshalb, ist dieser Song so toll, dass er hier als Anfang unserer kleinen Reihe mehr als geeignet ist!

…und los!

Kurz vor Ende des Jahres geht ein weiteres Blog an den Start.

Überflüssig? Wahrscheinlich, rumprobiert wird trotzdem, mal gucken, was dabei rauskommt.

Evtl. gibt es im Restjahr 2012 ja schon ein paar Dinge, die berichtenswert sind 😉

Bis dahin,

Eure Schreiberlinge 😉